Die Uni ist auch nur ein Wal – Nennt mich Jona

Alles hat ein Ende. Alles. Endlich auch das Studium. Alles Prüfungen abgelegt, die Magisterarbeit geschrieben, korrigiert, gedruckt, gebunden, Fehler gefunden, wieder gedruckt und gebunden. Da war er wieder kurz, mein größter Feind und mein bester Freunde: der Perfektionismus. Alles muss perfekt sein, gut ist nicht gut genug. Wenn ich die Zeit (und am Ende die Lust) gehabt hätte, ich hätte noch mehr anders gemacht, anders formuliert, ergänzt, erweitert. Aber erstens blieb keine Zeit mehr und zweitens weicht die Lust irgendwann dem Frust. Dem Frust, dass es wohl niemals so perfekt wird, wie ich es gerne hätte. Und dann schleicht sich  die Freude an, um den Perfektionismus hinterrücks zu erschlagen. Tod dem Perfektionismus, es lebe die Perfektion. Denn irgendwie wird doch alles immer gut oder besser. Deswegen: Arbeit einstecken und abgeben.

Viel zu lange steckte ich nun im Uniwal, jetzt lass ich mich ausspucken. Also auf zum neuen Ufer. Arbeitsufer. Arbeitseifer. Ich will mich beweisen, mich zeigen. Voller Überzeugung und Tatendrang. In meinem Kopf so viele Ideen.  Sie warten darauf, entfesselt zu werden und ihre Kräfte zu entwickeln.

Bitte bedienen Sie sich!

Magisterarbeit

Der Rechner schnurrt, Gedanken schwirren,Tasten tippseln-tappseln unaufhörlich hörbar vor sich hin, Sätze tauchen auf um wieder zu verschwinden. Die Magisterarbeit ein Gebäude aus Worten, Zusammenhängen und Konklusionen. Angefangen bei einer Idee, da war doch was, wäre das nicht was über das es zu Forschen, zu Schreiben lohnt? Eine kleine Idee, die immer größer wird und Gestalt annimmt. Eine die fasziniert und in den Bann zieht, nicht loslässt. Die Essen und Trinken vergessen macht. Schreiben an der Abschlussarbeit als Suchtzustand. Undenkbar? Nicht mehr. Am Anfang war nicht das Wort, am Anfang war die Angst. Die Angst vor dem leeren Blatt Papier, dem leeren Word-Dokument und dem Scheitern. Gebrochen wurde die Angst vom unbändigen Willen und der Lust am Schreiben, dem Formulieren und vor allem dem Gefühl von sich anhäufendem Wissen. Deswegen tippselt-tappselt es sich fast wie von Geisterhand und ein Wort gibt das nächste. Auf das es Gelinge und endlich ein Ende für einen neuen Anfang bilde.