Auf einen Kaffee in Dortmund: Neues Schwarz

Am Altweiber-Donnerstag verschlug es mich nach Dortmund: Essen bei Miss Mai im Kreuzviertel und dann ein Besuch der Rösterei und Café NEUES SCHWARZ in Dortmund-Mitte. Klein, aber fein!

Nach Düsseldorf (Röstzeit) und Duisburg (Simply Coffee) musste bei den Café- und Röstereibesuchen  eigentlich fast zwangsläufig Dortmund folgen. Meine Wahl fiel auf die kleine inhabergeführte Kaffeerösterei NEUES SCHWARZ, die neben der Rösterei/Kaffeebar in Dortmund-Mitte noch eine Kaffeebar in Stadtmitte betreibt. Betritt man die Kaffeebar steigt einem direkt der Geruch von frisch geröstetem und gekochtem Kaffee in die Nase. Der Raum mit seiner hohen Decke und der eingezogenen Zwischenetage wirkt auch dank der warmen Beleuchtung, den Sitzmöglichkeiten und den Holzdielen gemütlich. Die großzügige Bestelltheke und der Kaffeeröster leisten auch ihren Beitrag für den ersten positiven Eindruck.

NEUES SCHWARZ ordnen sich selber der Third-Wave-Bewegung zu und legen daher nicht nur Wert auf die Qualität bei den Bohnen, der Verarbeitungsart und der Frische, sondern auch auf die soziale Komponente:

„Wir kennen und schätzen die Herkunft unserer Bohnen. Die von uns gerösteten Kaffeebohnen stammen von kleinen, ausgewählten und gerecht bezahlten Produzenten. Wir sind bestrebt, langfristige Beziehungen zu unseren Produzenten aufzubauen und zu pflegen.“ (neuesschwarz.de)

Genau die Punkte die einen immensen Unterschied zu handelsüblichem Massenkaffee ausmachen. Und genau das schmeckt man …

Der Kaffee: Cruzeiro

Americano im NEUES SCHWARZ

Der Americano aus Curuzeiro-Bohnen mitsamt einem Stück Nusskuchen.

Ich entschied mich beim Besuch für einen großen Americano aus frisch gemahlenen Bohnen der Sorte CRUZEIRO.  Empfohlen hatte mir diese Sorte MAx, einer der Barista/Mitarbeiter, weil ich nach einem säurearmen Kaffee fragte. Eine Entscheidung, die ich nicht bereute:

Die Bohnen stammen aus Sul de Minas, dem Südosten Brasiliens. Die Kaffeepflanzen wachsen dort auf Cappuccino und Marmokucheneiner Höhe zwischen 920 bis 1160 Metern. Aufbereitet wurden die Bohnen bzw. Kaffeekirschen im „Pulped Natural“-Verfahren, das heißt, dass die Kaffeekirschen zunächst im Ganzen getrocknet werden. Nachdem der Wassergehalt so weit reduziert ist, dass sie in der Konsistenz Rosinen gleichen, werden die Bohnen aus dem Fruchtfleisch gelöst und erneut in der Sonne getrocknet. Geschmacklich trat wirklich keinerlei Säure auf, vielmehr war er sehr mild und hatte einen intensiven Ton von Schokolade. Auch im Cappuccino schmeckte die Sorte gut durch und wurde nicht von der Milch „erschlagen“. Passend dazu jeweils ein Stück Kuchen als Kaffee-Begleitung: Die Wahl fiel auf einen Marmor- und einen Nusskuchen. Beides ebenfalls sehr lecker und selbst gemacht.

Neben dem Kaffee – und den süßen sowie herzhaften Kuchen – gibt es Tee und Limos im Ausschank. Die Teesorten und Kaffees bzw. Espressos (250g oder 1 kg) kann man gleich für daheim kaufen, sowohl als Bohne oder aber wahlweise gemahlen. Noch dazu gibt es Zubehör für die Kaffeezubereitung. Angefangen bei Chemex, Hario oder die AeroPress über den Moccamaster bis hin zum Milchkännchen oder der Kaffeemühle.

Insgesamt also ein Volltreffer: Leckerer, hochwertiger Kaffee trifft ein schönes Ambiente (trotz Dortmund ;)) und freundliche, kompetente Mitarbeiter!

Offenes Tasting: Cuppings

Bei Zeiten würde ich die Gelegenheit nutzen und ein offenes Cupping bei NEUES SCHWARZ mitmachen: Ohne Anmeldung kann man hier Kaffee probieren und mal was Neues testen. Angekündigt werden die regelmäßigen Cuppings auf der Facebook-Seite von NEUES SCHWAARZ.


Infos zur Rösterei:

Neues Schwarz GmbH
Saarlandstraße 33
44139 Dortmund

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 10 Uhr bis 18 Uhr

Infos zur Kaffeebar:

Neues Schwarz GmbH
Kleppingstraße/Ecke Viktoriastraße
44135 Dortmund

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 10 Uhr bis 19 Uhr

Auf einen Kaffee in Duisburg: Simply Coffee

Espressi im Simply Coffee am Duisburger Sternbuschweg

Zwei Espressi im Simply Coffee am Duisburger Sternbuschweg | Foto: Daniel Sperl

Weiter geht’s mit der Café-Rundreise: Diesmal stand die Kaffeebar Simply Coffee auf dem Duisburger Sternbuschweg in Neudorf auf dem Programm. Ein kleines Café mit schonend geröstetem Kaffee und einigen Kleinigkeiten zu essen.

Mit dem Café am Sternbuschweg eröffneten Christos Paschos und Aki Bakogiannis nach der Location an der Moselstraße bereits ihr zweites Café in Duisburg. Und die Lage am Sternbuschweg könnte vermutlich kaum geeigneter sein: Die unmittelbare Nähe zum Campus der Uni Duisburg-Essen verspricht reichlich Kundschaft.

Das Interieur des kleinen Cafés kommt im rauen Industrielook daher: Tische aus groben, unbehandelten Holz, auf alt gemachte Stühle, pure Waschbetonwände und Regale aus alten Obst-/Weinkisten mit Kaffees und Zubehör. Die Vertäfelung hinter der Theke ist ebenfalls aus hellem, unbehandelten Holz und wirkt dadurch sehr warm, quasi als Kontrast zu den Waschbetonwänden im Sitzbereich. Die Anzahl der Sitzplätze ist überschaubar und bislang bei allen Besuchen so gut wie jeder Platz besetzt – so auch beim Besuch an einem Freitag.

Kleiner Capuccino bei Simply Doffee

Eine kleine Tasse Capuccino kostet bei Simply Coffee 2,60 Euro | Foto: Privat

Zubereitet und ausgeschenkt wird eigens gerösteter Kaffee – laut Auskunft der Barista hinter der Theke alles langsam geröstete Bohnen. Mein Filterkaffee aus der Hario V60 ist der „Orange“ – alle Bohnen sind nach Farben benannt und so auch in 250 g Päckchen für daheim zu kaufen. Der Geschmack des Filterkaffees ist leicht schokoladig und würzig, fast gänzlich ohne Säure und schon gar nicht bitter. Preislich liegt die kleine Tasse bei 2,80 Euro und die große bei 3,80 Euro. Mir hat er in jedem Fall geschmeckt. Auch der Capuccino (der Erspresso kommt aus einer schicken La Marzocco Siebträgermaschine) meiner Begleitung schmeckt gut und kräftig, wie erhofft passt das Verhältnis von Milch und Esspressostärke. Sehr praktisch – und längst nicht selbstverständlich – ist das kostenlose stille Wasser, welches mit einem Zweig Minze versetzt ist, und sich jeder Kunde ein- und auch nachschenken kann.

Mokka aus dem Sandbett

Mokka aus dem Sandbett | Foto: Daniel Sperl

Bereits bei der Bestellung an der Theke fiel mir dann noch ein kupferfarbener Kessel, gefüllt mit Sand und einem orientalisch anmutendem Kännchen auf: Im Kännchen drin wird ein Mokka im Sandbad bzw. Sandbett zubereitet. Tatsächlich ein Mokka –  denn in der Espressotasse befindet sich der Kaffeesatz, das Umrühren sollte also vermieden werden. Direkt bei der Bestellung erfolgte die Frage, ob man den Mokka ungesüßt, leicht oder stark gesüßt haben möchte. Da ich sowohl meinen Kaffee als auch meinen Espresso oder in diesem Fall Mokka ungesüßt trinke, fiel die Wahl leicht. Auch dieses Experiment lohnte sich. Geschmacklich erdig-kräftig und ohne Säure überzeugte der Mokka. Nicht gemerkt habe ich mir die Bohne bzw. Herkunft der Bohne. Ich behielt ledglich in Erinnerung, dass die Bohnen in Bremen geröstet und auch gemahlen werden, weil man in Duisburg nicht so fein mahlen könne. Wer mal etwas anderes ausprobieren möchte, sollte diesen Mokka in jedem Fall probieren.

Nicht nur der Kaffee, Espresso, Mokka und Capuccino schmecken gut, sondern ebenfalls die Kleinigkeiten zu essen: Bei unserem Besuch aßen wir Bananenbrot, welches auf Wunsch warm gemacht wurde und eine Schoko-Karamell-Tartelette. Letztere war zwar sehr süß – kein Wunder bei der Kombination -, aber der Karamall kam schön durch.

Öffnungszeiten

Ein Espresso geht immer. | Foto: Daniel Sperl

Geöffnet hat Simply Coffee (am Sternbuschweg) an 365 Tagen im Jahr und damit an keinem einzigen Tag geschlossen:

montags bis samstags von 9 Uhr bis 19 Uhr
sonntags von 10 Uhr bis 17 Uhr.

Eindrücke und mehr Infos findet ihr auf der Facebook-Seite von Simply Coffee.

Auf einen Kaffee in Düsseldorf: Kaffeerösterei Röstzeit

Eine Karaffe mit Jamaica Blue Mountain im Café Röstzeit

Der Jamaica Blue Mountain im Café Röstzeit | Foto: Privat

Was liegt näher als einen Einkaufstripp mit einem Cafébesuch zu kombinieren: Die Wahl fiel an einem Samstagmorgen auf die Kaffeerösterei Röstzeit auf der Düsseldorfer Oststraße. Eine gute Wahl – freundliche Bedienung, eine gute Auswahl und ein hervorragender Geschmack.

Eingangsbereich des Café Röstzeit in Düsseldorf

Der Eingangsbereich des Café Röstzeit in Düsseldorf | Foto: Privat

Eigentlich ging es nur zum Wocheneinkauf nach Düsseldorf – So ist das, wenn eine große Bio-Kette die nächste Filiale in Düsseldorf hat. Um den nützlichen Ausflug aus dem Ruhrgebiet mit etwas schönem zu verbinden, stand noch ein Café auf dem Programm. Nach Rechereche im Netz fiel die Wahl auf die Kaffeerösterei Röstzeit auf der Oststraße. Von außen recht unscheinbar, ist es innen ganz gemütlich. Die Einrichtung relativ klassisch: Dunkles Mobiliar, eine große, von handbeschriebene Liste von Filter- bzw. Frenchpress-Kaffees an der linken Wand, eine Röstmaschine mit drappierten Kaffeesäcken und dahinter die Theke. Im Café eine große Tafel mit den eigenen, hausgemachten Kuchen – natürlich auch handgeschrieben sowie dem Kaffee des Monats.

Auf diesen fiel dann auch meine Wahl: Der Jamaica Blue Mountain in der handaufgegossenen Zubereitung sollte es sein. Laut Ankündigung gilt er als Champagner des Kaffees. Angebaut wird dieser auf Jamaica in einer Höhe zwischen 900 und 1.700 Metern. Der Preis von 4,50 Euro für eine normale Tasse sprach in jedem Fall für einen hochwertigen Genuss. Und die Erwartung wurde erfüllt. Serviert wurde der heiße Kaffee in einer Glaskaraffe. Geschmacklich war er sehr würzig und erdig mit einer Spur von nussigen Aromen, mild und einer kaum spürbaren Säure. Der Geschmack hielt sich lange im Mund und war dabei angenehm. Das Geld war der Kaffee allemal wert!

Auch der Capuccino meiner Begleitung war gut. Das Mischverhältnis von Milch zu Espresso war ausgewogen und der Kaffeegeschmack kam gut durch. Was gerade bei Capuccini wirklich wichtig ist. Ansonsten gab es zu beiden Kaffees ein kleines Stück Rührkuchen, welcher ein schönes Mandelaroma hatte. Insgesamt wirklich ein lohnenswertes Café (mit integriertem Shop), was wir sicherlich wieder besuchen werden. Denn auch der Service war sehr fix und überaus freundlich!

Infos zum Café Röstzeit:

  • Adresse: Oststrasse 115, 40210 Düsseldorf |
  • Öffnungszeiten: Mo – Fr: 9 – 18 Uhr | Sa: 9.30 – 17 Uhr geöffnet | Sonn- und Feiertags geschlossen
  • Webseite: Zur Webseite des Cafés

Test der AeroPress und des Rungeto von Coffee Circle

Pünktlich zum neuen Jahr habe ich auf meinem Blog eine neue Kategorie ins Leben gerufen: Genuss! Denn auch Ernährung, sowohl in fester als auch in flüssiger Form, gehört zur Kultur dazu. Als ersten Beitrag geht es um Kaffee: Zu Weihnachten gab es fürs Büro eine AeroPress geschenkt und passend dazu Kaffeepulver (Rungeto von Coffee Circle*).

Die AeroPress: Leicht, handlich, praktisch

Schon seit längerem wird um die Zubereitung von Kaffee ein recht großer Bohei gemacht. Die Meinungen sind genauso vielfältig wie die Möglichkeiten: Egal ob (klassische) Kaffeemaschine, KJaffeevollautomat, Siebträgermaschine, Frenchpress, diverse Handfilter, Karlsbader Kanne oder eben AeroPress – jede/-r hat den eigenen Liebling.

Da ich fürs Büro etwas unkompliziertes suchte, fielen einige Methoden schon mal raus. Noch dazu hatte ich von der AeroPress viel Gutes gehört und auch schon guten Kaffee daraus auswärts getrunken. Also ließ ich mir die AeroPress zu Weihnachten schenken.

AeroPress – Was ist das nun? Die AeroPress besteht aus drei Bauteilen: Dem Brühzylinder, dem Presskolben sowieo dem Filterhalter. Im Set enthalten sind außerdem Papierfilter, ein Kaffeelot, ein „Einfüllstutzen“ sowie ein Stab zum Umrühren. Die Zubereitungsmethode ist mit einer Frenchpress zu vergleichen. Man benötigt recht feingemahlenen Kaffee, heißes Wasser (die Empfehlungen schwanken zwischen 80° C laut Hersteller und 90 ° C) und eine Tasse. Das Zylinder wird zusammengesteckt, das Kaffeemehl wird in den Zylinder gegeben mit der entsprechenden Menge Wasser angegossen, umgerührt und mit weiterem Wasser (insgesamt 200 ml) aufgefüllt. Nun lässt man den Kaffee 30 Sekunden ziehen, schraubt den Filter mitsamt Filterpapier auf und presst den Kaffee langsam (etwa 30 Sekunden) in die Tasse. Anschließend schraubt man den Filter ab und presst den Kaffeesatz mit Filter in den (Bio-)Müllbehälter. Wirklich ganz simpel – gute Beschreibungen mit Bebilderung liefern coffeecirle.com (inverted Methode, die ich vorab auch beschrieb) oder dieroester.at (klassische Methode).

Das praktische an der AeroPress ist, dass sie kaum Platz benötigt, sie super schnell zu reinigen ist und man außer einem Wasserkocher eigentlich kein weiteres Zubehör benötigt. Noch dazu schmeckten mir die Ergebnisse meiner bisherigen Versuche sehr gut.

Normalerweise nutze ich ganzen Bohnen und mahle sie frisch, das ist im Büro (ohne Handmühle) kaum praktikabel. Deswegen greife ich vorerst auf gemahlenen Kaffee zurück, da ich aber hochwertigere Sorten und kleine Verpackungseinheiten nutze, fand ich die Ergebnisse bislang gut. Da ich daheim mit dem dazugehörigen Kaffeelot und meiner Waage die Portionierung der Pulvermenge „übte“, komme ich ohne Waage aus. Wahrscheinlich werde ich hier aber doch noch investieren – und eventuell irgenwann eventuell auch eine Handmühle kaufen.

Rungtetto und die AeroPress

Kaffee am Arbeitsplatz: Rungeto aus der AeroPress | Bild: Privat

Rungeto von Coffee Circle

Kaffee kann nur so gut werden wie die Bohne oder das Kaffeemehl! (Auch ein Grund, wieso ich nicht mehr den Bürokaffee trinke…) Da ich wie geschrieben im Büro noch auf frisch gemahlene Bohnen verzichte, teste ich aktuell den Rungeto (100 Prozent Arabica) von Coffee Circle in der bereits gemahlenen Variante. Angebaut wird diese Sorte im ostafrikanischen Kenia auf einer Höhe von etwa 1.750 Meter. Laut coffeecirle.com ist das Terroir auf denen die Kaffeepflanzen wachsen vulkanisch geprägt, geerntet werden die Bohnen händisch. Geschmacklich soll er Aromen von Rhababer und Johannisbeere besitzen. Auch wenn ich das bislang nicht so bestätigen kann: Er schmeckt ausgesprochen mild und durchaus fruchtig (beerig trifft es in jedem Fall), spritzig jedoch ohne übertriebene Säure.

* Alle erwähnten Produkte habe ich entweder gekauft oder von der Familie geschenkt bekommen. Insofern handelt es sich, wenn überhaupt, um unbezahlte Produktwerbung.