Anna Karolina Larssons „Der Pavian“ – Gelungenes Krimidebüt aus Schweden

Eine junge Polizistin ermittelt in eigener Sache

Der Suizid der eigenen Schwester brachte Amanda zur Polizei, um die Hintergründe aufzuklären und den Schuldigen hinter Gitter zu bringen. Doch wer ist der Schuldige oder sind es gleich mehrere? Die schwedische Autorin Anna Karolina Larsson überzeugt mit einer spannenden Story und ihrem extravaganten, rasanten Schreibstil gleich in ihrem ersten Krimi.

Zwischen Mafia, kriminellen Polizisten und Vergewaltigungen

Kaum hat Adnan Nasimi seine Haftstrafe wegen des Dealens mit Drogen  abgesessen gerät er wieder in einen Konflikt mit der Polizei. Noch schlimmer ist jedoch die Tatsache, dass er der jugoslawischen Mafia Geld schuldet und diese beim Eintreiben der Schulden kein Erbarmen kennt. Doch wie soll er das Geld zurückzahlen, ohne direkt wieder straffällig zu werden?

Dann ist da Polizist Magnus, Leiter des Stockholmer Raubdezernates, der sich in der Unterwelt ein Netzwerk an Informanten aufgebaut hat und sich immer am Rande des Erlaubten bewegt. Auch im Umgang mit den weiblichen Kolleginnen überschreitet er allzu oft jegliche moralische und gesetzliche Grenze, ohne zur Räson gebracht zu werden.

Die wichtigste Protagonistin ist jedoch: Amanda, ebenfalls Polizistin und noch ganz am Anfang ihrer Laufbahn. Sie hat den Job nur aus einem Grund gewählt und zwar will sie den Tod ihrer Schwester aufklären. Vor fünf Jahren starb diese an einer Überdosis Drogen und Tabletten, die sie nach einer Vergewaltigung zu sich nahm. Nicht ganz unschuldig am Tod sind – so vermutet Amanda – Adnan und Magnus.

Pageturner im Stakkatotempo

Mit ihrem Debüt legt Anna Karolina Larsson einen wahren Pageturner vor: Spannend und fesselnd bis zur letzten Seite treibt sie die Story voran. Mit ihrer überaus rasanten Art zu formulieren, den Perspektivwechseln, den kurzen Sätzen und Kapiteln und einer durchaus brutalen, aber nicht übertriebenen Art der Schilderungen zogen mich Autorin und das Buch in ihren Bann.

Das wird noch dazu durch die verschiedenen roten Fäden verstärkt, die die Autorin geschickt miteinander verknüpft und die am Ende geschickt zusammengeführt werden. Hinzu kommen die unterschiedlichen Charaktere der Hauptrollen. Wenn auch Magnus als Polizist eher widerlich – chauvinistisch, frauenverachtend, käuflich und brutal – daherkommt und das in allen Belangen, so sind Amanda und auch Adnan keine rein weiß bzw. schwarz gezeichneten Personen, sondern durchaus realistisch gehalten.

Einzig und allein der titelgebende Pavian kommt etwas zu kurz und damit auch das Ende. Hier hätte die Autorin noch etwas mehr Zeit und Seiten, als die eh schon üppigen 550, für die Auflösung lassen können – Das auch nur um überhaupt etwas Negatives zu finden.


Anna Karolina Larrson – „Der Pavian“ | Copyright: Piper Verlag GmbH

Anna Karolina Larrson – „Der Pavian“ | Copyright: Piper Verlag GmbH

Anna Karolina Larsson
Übersetzt von: Max Stadler

„Der Pavian“

berlin Verlag/Piper Verlag
560 Seiten, Kartoniert

ISBN: 978-3-8333-1017-1