Cay Rademachers „Tödliche Camargue“: ein leichter Sommerkrimi

Nicht todlangweilig, aber auch nicht todspannend

Alles sieht aus wie ein Unfall: Ein Kampfstier entkommt seinem Gatter in der Camargue und schlitzt einen vorbeifahrenden Rennradfahrer auf. Doch Capitaine Roger Blanc glaubt nicht an einen Unfall und schon gar nicht an einen Zufall. Cay Rademacher lässt seinen Capitaine in „Tödliche Camargue“ das zweite Mal ermitteln. Ein Fall zwischen Lavendel, Reis, Kunst und einer alten Geschichte.

Ausgerechnet während eine Hitzwelle die Provence heimsucht wird Capitaine Roger Blanc mit seinem Lieutnant Marius Tonon auf eine Landstraße in der Camargue gerufen. Denn dort liegt ein Rennradfahrer: tot – von einem cocardier, einem schwarzen, provenzalischen Kampfstier, aufgeschlitzt. Alles sieht nach einem Unfall aus, doch Blanc vertraut auf seinen Instinkt und wittert einen Mord. Denn der Tote ist Albert Cohen, ein bekannter Pariser Reporter, der sich von einem Drogenproblem erholt und einen Artikel über van Gogh schreiben soll. An sich ein harmloses Thema, doch bei den Ermittlungen stellt Blanc Brisantes fest: ein ungeklärter Kunstraub und ein längst vergessener oder eher verdrängter Mordfall tauchen auf. Doch wer ist der Mörder? Je tiefer Capitaine Blanc gräbt, umso komplizierter werden die Ermittlungen. Denn der Kommissar macht sich durch seine Nachforschungen nicht nur Freunde…

Solide Krimilektüre für den Urlaub

Cay Rademachers zweiter Roman um den in die Provinz abgeschobenen Capitaine Roger Blanc ist ein typischer Urlaubskrimi: Leichte Lektüre, ein halbwegs spannender Fall, der mit zwei weiteren Verbrechen in Verbindung steht – oder auch nicht? – und vor allem eine schöne Beschreibung von Menschen und die Landschaft mit ihren Lavendel- und Reisfeldern. Dazu gesellt sich ein wenig Kunsthistorisches über die kurze Schaffensphase von Vincenct van Gogh in der Provence und denKriminalfall über dessen abgeschnittenes Ohr.

Eigentlich insgesamt eine nette Idee. Eigentlich. Doch irgendwie wirkt die gesamte Story unausgegoren. Zu viele Zufälle spielen in die Handlung ein und noch schlimmer: Es ist zu vorhersehbar, wer der Mörder ist. Das Ende ist schlichtweg banal. Da hilft es auch nicht, dass die Auflösung nur eine halbe ist und man als Leser ob der Ungerechtigkeit gegenüber der besser verdienenden Gesellschaftsschichten nachdenklich das Buch zur Seite legt.

Das soll nun nicht heißen, dass „Tödliche Camargue“ überhaupt nichts taugt, nur spannender könnte es sein. Denn wenigstens die Dialoge versprühen viel Komik und die Schilderung der Landschaft besitzt ihren Charme. So kommt immerhin Sommer- und Urlaubsfeeling auf!

Cay Rademacher Tödliche Camargue

Cay Rademacher – „Tödliche Camargue“ | Credit: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG

 

Cay Rademacher
Tödliche Camargue
Ein Provence-Krimi mit Capitaine Roger Blanc

308 Seiten

EUR 11,99 [D]
ISBN 978-3-8321-8852-8

 

 

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