Tom Hillenbrands „Drohnenland“

Drohne Drohnenland

Drohnen zeichnen alle Aktivitäten in Tom Hillenbrands „Drohnenland“ auf, doch kann man allen Daten wirklich trauen?

Facebook, WhatsApp, google: Du glaubst wir sind transparent und unsere Daten sind längst nicht mehr persönlich? Mitnichten. Tom Hillenbrand treibt es in „Drohnenland“ noch weiter – Herzlich Willkommen im Überwachsungsstaat. 

Mit „Drohnenland“ schrieb sich der durch seine kulinarischen Luxemburg-Krimis bekanntgewordene Tom Hillenbrand in eine neue Liga: Die der Zukunfts-Krimis! Das Europa, wie wir es im Jahr 2015 kennen, existiert nicht mehr, weder die EU in der aktuellen politischen Form noch die Länder in ihren Landesgrenzen. So fielen beispielsweise die Niederlande dem Klimawandel zu Opfer. Google-Glasses sind längst Gang und Gäbe, aber von anderen Herstellern, Drohnen dienen der Überwachung des öffentlichen Lebens. Geheimnisse? Gibt es nicht mehr, der Mensch ist mehr denn gläsern. Und dann geschieht ein Mord in der Nähe des Europarates, der den digitalen Überwachungsapparat und dessen Glaubhaftigkeit infrage stellt. Die Grenzen zwischen Gut und Böse sind klar zu ziehen.

In dieser Gemengelage ermittelt Kommissar Aart van der Westerhuizen gemeinsam mit der Forensikerin Ava Bittmann und einem allwissenden Fahndungscomputer von Europol. Der erste Verdächtige wird schnell ermittelt, doch Aart van der Westerhuizen überkommen schnell Zweifel am Ermittlungserfolg. Bei den weiteren Ermittlungen stößt er auf Hinweise, dass die digitalen Spuren manipuliert wurden und deckt peu a peu eine weitreichende Verschwörung auf. Aufgrund dieser Ermittlungen gerät der Kommissar selbst in Gefahr und droht vom System entsorgt zu werden.

Tom Hillenbrand schrieb diesen Roman laut Verlagsauskunft bereits vor Bekanntwerden der Snowden-Affaire und schuf einen Krimi, der auf den ersten Blick weithergeholt wirkt. Doch auch wenn einige technische Details noch nicht in der Realität auftauchen, wirken sie vor den Erkenntnissen der jüngeren Vergangenheit nicht undenkbar. Ganz gleich ob es den Zerfall politischer Bündnisse betrifft oder die Überwachung jedes Einzelnen durch Computerprogramme, Drohnen und die Geheimdienste.  Auf die Dinge, die jeder von uns ins Netz stellt haben wir noch Einfluss, aber was Hillenbrand in „Drohneland“ als Szenario entwickelt, versetzt den Leser in Angst und Schrecken. Wer also keine Scheu hat, einen ungeschminkten Blick auf die Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung zu werfen, der wird seine Freude an diesem Krimi haben!

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