Album der Woche: The Mars Volta – Noctourniquet

Am Freitag den 26. März veröffentlicht die Prog-Rock-Band The Mars Volta um Cedric Bixler-Zavala und Omar Rodriguez-Lopez mit Noctourniquet ihr sechstes Studioalbum in elf Jahren. Wenige Wochen also nachdem sie die Reunion ihrer alten Band At the Drive-In bekannt gaben.

Nachdem vor allem die Alben De-Loused in the Comatorium, Frances The Mute und Amputechture hohe Anforderungen an die Hörgewohnheiten stellten und durch ihre Experimentierfreudigkeit hervorstachen, fiel das letzte Album Octrahedron bereits durch eingängigere Melodien und Songstrukturen im eigentlichen Sinne auf. War es doch zuvor keine Seltenheit, dass sich einzelne Titel ins Uferlose ausweiteten und fast schon jazzähnlichen Jamsessions glichen. Beginnend bei der Stücklänge über die Vielzahl der Instrumente, seien es Saxofone, Trompeten oder in der Rhythmusgruppierung, bis hin zu den unterschiedlichsten Tempi- und Rhythmuswechseln.

Mit Noctourniquet werfen The Mars Volta einiges davon über Bord, ohne auf das zu verzichten, was die vergangenen Alben und vor allem die Musik auszeichnete. Zum ersten Mal überschreitet nur ein einziger Song die 7-Minutengrenze, auch ist die Instrumentierung weniger ausladend. Dafür gewinnt man beim Hören des Albums den Eindruck, dass es elektronischer zugeht, so zum Beispiel bei den Titeln The Whip Hand oder Lapochka. Diese klingen am Anfang ein wenig nach Spielhalle und Flipper. Das Schlagzeugspiel erinnert vereinzelt wie der Drumcomputer bei Radiohead und ist dennoch geprägt vom „Nach-vorne-treiben“, von unbändiger Energie. Deantoni Park, der Nachfolger von Jon Theodore und Thomas Pridgen an den Drums, überzeugt durch sein frickeliges Spiel. Auch auf Nocturniquet sind noch Überbleibsel und Passagen von Experimentierfreudigkeit und Jazzanleihen zu finden, jedoch in wesentlich geringerem Umfang als zu Anfangszeiten von The Mars Volta. Selbst ausufernde Gitarrensoli sind eine Seltenheit geworden. Dies schadet der Musik in keinster Weise, denn nun kommt das musikalische Können noch besser zur Geltung. Beispielsweise das Gitarrenspiel von Omar Rodriguez-Lopez oder der Gesang Bixler-Zavalas.

Anspieltipps:

The Whipping Hand, zu Beginn der „elektronische“ Einstieg, sich langsam steigernd um dann nach etwa anderthalb Minuten durch den Bass, der in Richtung Magen geht, losbricht.

The Malkin Jewel, Cedric Bixler-Zavala bestimmt den Klang dieses Tracks ausnahmsweise mal mit düsterem und dunklem Gesang im Gegensatz zu seinem mitunter hohem Gesang. Noch dazu kommt der prägende Offbeat, also die Betonung zwischen den eigentlichen Schlägen, der das Stück auszeichnet.

http://www1.rollingstone.com/hearitnow/player/marsvolta1.html

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Ein Kommentar zu “Album der Woche: The Mars Volta – Noctourniquet

  1. […] der Veröffentlichung ihres sechsten Studioalbums Noctourniquet am 24. März 2012 verkündeten The Mars Volta via […]

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